Updates, Talks und Beats beim KulturFORUM#3

Zahlreiche Besucher*innen kamen am 26. September zum Dialogformat KulturFORUM#3 ins Festspielhaus St. Pölten um sich über den aktuellen Stand der Bewerbung St. Pöltens als Kulturhauptstadt Europas 2024 zu informieren. Neben einem umfangreichen musikalischen und künstlerischen Rahmenprogramm war auch dieses Mal das »Mitreden« gefragt – in Form von Meinungsumfragen, die per Votingsystem live ausgewertet wurden.  

Nach der Begrüßung von Bürgermeister Matthias Stadler, der sich per Videobotschaft von seiner aktuellen Wirtschaftsreise aus Frankfurt meldete, ist Martin Eichtinger, Landesrat für Wohnbau, Arbeit und internationale Beziehungen, von der Wichtigkeit des Projektes »Kulturhauptstadt Europas« überzeugt: »Es ist die Gelegenheit, Verbindungen zu schaffen und unseren Kulturraum Europa und dessen Vielfalt leben zu können.«

Das dritten KulturFORUM bildete den vorläufigen Abschluss der Partizipationsformate in der ersten Bewerbungsphase. In dieser werden die Hauptstoßrichtungen sowohl für die Kulturstrategie St. Pölten 2030, als auch für die Bewerbung selbst erarbeitet.

»Der partizipative Prozess – der Dialog mit der Bevölkerung und den Interessensgruppen – ist keine Pflichtübung sondern eine der Grundlagen für die Erarbeitung unserer Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2024«, so Michael Duscher, Geschäftsführer vom Bewerbungsbüro St. Pölten 2024. Neben zahlreichen partizipativen Dialogformaten führten Duscher sowie Projektleiter Jakob Redl Einzelgespräche mit den Vertreter*innen von Kultur, Wirtschaft, Tourismus und weiteren Bereichen, um den »Puls der Stadt« zu fühlen und die Leitthemen für die Bewerbung 2024 sowie für die Kulturstrategie St. Pölten 2030 heraus zu kristallisierten.  

Michael Duscher spricht von einer Besonderheit des Zukunftsprojektes in St. Pölten: »Die Bewerbung hat etwas in Gang gesetzt – und wir beginnen bereits jetzt, Dinge umzusetzen!« Neben der Entwicklung der Kulturhauptstadt-Region mit St. Pölten als kulturellem Zentrum auf inhaltlich-programmatischer sowie kulturtouristischer Ebene, ist der öffentliche Raum ein weiteres Schwerpunktthema der Bewerbung. Für die Ausarbeitung eines integrierten Konzeptes für den öffentlichen Raum wurde bereits eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Die Votingergebnisse der Teilnehmer*innen bestätigten diesen Ansatz – fast 100 % sind der Meinung, dass der öffentliche Raum noch großen Handlungs- und Verbesserungsbedarf hat. »Die öffentlichen Räume müssen gestaltet werden, und zwar für die unterschiedlichsten Menschen und Bürger*innen mit den unterschiedlichsten Ansprüchen«, brachte es Claudia Büttner, Jurymitglied bei »Kunst im öffentliche Raum Wien« und Podiumsgast beim KulturFORUM#3, auf den Punkt.

Auch die Kulturinfrastruktur in St. Pölten wird derzeit mithilfe eines technischen Experten analysiert um eine Spielorteliste mit potenziellen Spielorten für die Austragung eines Kulturhauptstadtjahres zu erstellen. Dabei werden die Möglichkeiten einer Bespielung von spannenden Orten wie der Glanzstoff-Fabrik oder dem Domplatz überprüft. Manche Orte sollen aber auch wieder reanimiert werden – etwa der Klangturm oder der Kulturbezirk.

Nach den Rückmeldungen der Bevölkerung und einer umfassenden Recherche wurde ein weiteres Arbeitsfeld genannt: Das Heranführen von Kindern an Kunst und Kultur. Ziel ist es hier, mit einem breiten und tiefen Ansatz der Kunst- und Kulturvermittlung sowie der Vermittlung kultureller Kompetenzen mehr Kinder als aktuell – insbesondere auch aus weniger kunst- und kulturaffinen Bevölkerungsschichten – mit Kunst- und Kultur zu sozialisieren.

Mit mehr als 100 Nationen, die in St. Pölten vertreten sind, ist die Stadt ein Schmelztiegel verschiedenster Menschen und Bedürfnisse. Was soll eine Kulturhauptstadt leisten, um Nachbarschaft und Diversität zu fördern? Laut Anne Wiederhold, Mitgründerin und künstlerische Leiterin der Brunnenpassage Wien brauche es »Partizipation, Interdisziplinarität, einen Brückenschlag zwischen den großen Institutionen und den dezentralen Orten und die Bespielung ungewöhnlicher Räume.«

Auf die Frage, wofür die Bewerbung St. Pölten als Kulturhaupstadt 2024 steht wurde von den Voting-Teilnehmer*innen »St. Pölten als Laborraum und Experimentierfeld« vor »zivilem Engagement und Beteiligung durch die Bürgerschaft« am höchsten bewertet. Somit wird auch diese Herangehensweise als große Chance gesehen, St. Pölten schließlich zum Vorzeigemodell einer europäischen Mittelstadt der Zukunft zu machen und so nachhaltig auf die Landkarte Europas bringen zu können. 

Ein künstlerisches und musikalisches Rahmenprogramm rundete den Abend ab. Die Musikerin Ankathie Koi performte auf dem Stiegenpodest, das Klavier für Wandl war in der Garderobe platziert und die Galerie des Cafés diente als Bühne für den Pianisten Adrian Gaspar. Clemens Haas aka Ceen* testete neue Lichtkonzepte und die Gruppe Tagtool/OMAi ließ die Gäste mit ihren großflächigen Visuals in neue Farb- und Lichtwelten eintauchen. In diesem Sinne wurde auch das Foyer des Festspielhauses an diesem Abend zum Experimentierfeld erklärt um Funktionen abseits der Norm zu testen.

KulturFORUM#3 © C. Fürthner
KulturFORUM#3 im Festspielhaus St. Pölten

KulturFORUM#3© C. Fürthner
Lena Weiderbauer, Plattform KulturhauptSTART und Anne Wiederhold, künstlerische Leiterin und Mitgründerin Brunnenpassage Wien, diskutierten zum Thema »Nachbarschaft, Diversität und Soziales im europäischen Kontext«
KulturFORUM#3 © C. Fürthner
Andi Fränzl, Künstler und Obmann Verein LAMES, brachte gemeinsam mit Claudia Büttner, Jurymitglied Kunst im öffentlichen Raum Wien, wichtige Ansätze zum »öffentlichen Raum im Kontext der Kulturhauptstadt 2024«
KulturFORUM#3 © C. Fürthner
Ankathie Koi unterstütze den Abend musikalisch.
KulturFORUM#3 © C. Fürthner
Bei einer Abschlussrunde gaben die zwei Geschäftsführer des Bewerbungsbüros, Albrecht Grossberger und Michael Duscher, weitere Einblicke in die Bewerbung.
KulturFORUM#3 © C. Fürthner
Der St. Pöltner Ausnahmekünstler Wandl schloss das Hauptabendprogramm und läutete den gemütlichen Ausklang ein.

KulturFORUM#3

Mi, 26. September 2018
18.00 Uhr

Festspielhaus St. Pölten
Kulturbezirk 2
3100 St. Pölten 


Mit freundlicher Unterstützung der Privatbrauerei Egger. 

 

 

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